Das Jahr 2021 im Prozess des Saturn-Uranus-Quadrats – Erneuerung der formellen Ordnung

Die allgemeine Energie der Saturn-Uranus-Konstellation

 Im Jahr 2021 wird es dreimal ein exaktes Saturn-Uranus-Quadrat geben, welches auf gesellschaftliche Unruhen und Umbrüche hinweist. Zu erwarten ist z. B. ein Widerstand, der sich aus einer die Freiheit (Uranus) beengenden Form (Saturn) ergibt. Bei einem harten Aspekt[1] dieser beiden Planeten geht es allgemein darum, Strukturen, die sich überlebt haben, aufzubrechen und zu erneuern. Dabei ist es wichtig, dass wir bei Bedarf blitzschnell loslassen und uns auf Neues, was wir so noch nicht kennen, ausrichten, um uns weiter zu entwickeln.

 

Die Konstellation lässt sich assoziieren mit Reform, Revolution, Systembruch, Aufbruch, Umbruch, Durchbruch, Trennung, Erneuerung. Die Planeten verhalten sich von ihrer Energie her gegensätzlich zueinander und sind aber über einen Spannungswinkel[2] miteinander verbunden. Das heißt, es kann auch darum gehen, Gegensätze miteinander zu vereinen, was aber aufgrund einer zu starken Unterschiedlichkeit zu Spannung führt. Es ist, als wolle man etwas vereinen, was nicht zueinander passt und dadurch entstehen Spaltung oder eine (innere) Zerrissenheit und auch Verzweiflung.

 

Saturn steht für Tradition, das Alt-bewährte, Konservative, Stabile, Festigende, Ordnende, Uranus für Neuartigkeit, Grenzen-sprengen, Originalität, Fortschritt, Befreiung und Entlastung. Aufgrund dessen ist das Uranische gegen alles, was einschränkt, begrenzt, festsetzt und zurückhält. Es hält sich alle Möglichkeiten offen und steht für ein „sowohl als auch“.

Die Konstellation hat eine kalte, analytische Energie, bei der es um Regelung geht, Funktionalisierung und geistiges Schöpfertum, das gegebenenfalls mit Widerstand (Uranus) in ein Gesetz (Saturn) gepresst wird.[3]Dabei ist das Uranische auch das Gesetzlose, das über das Gesetz hinausgehende und dieses aufhebende. 

Die Konstellation steht übrigens auch für „die Brücke“ und viele Brückenbauer haben sie in ihrem Horoskop. 

 

Wenn wir die Saturn-Uranus-Konstellation auf den Tierkreis beziehen, lässt sich erkennen, dass ihr der Neptun fehlt, der den beiden Planeten Uranus und Saturn im „Weg der Aphrodite“ (nach Wolfgang Döbereiner) vorausgeht. Wir brauchen also den Kontakt zu unserem Ursprung (Neptun) und eine Verbindung zu uns selbst, unserem Menschsein, anderen Menschen und zur höchsten Wahrheit, auf der Grundlage von Mitgefühl und Liebe, als Basis für eine neue (Uranus) Ordnung (Saturn). Sie muss darauf wurzeln, um stabil sein zu können. Das ist die Voraussetzung für Lebendigkeit. 

 

Die Gefahr bei Saturn/Uranus besteht aber gerade darin, den Neptun zu vergessen, ihn nicht zu berücksichtigen und nicht darauf aufzubauen und daraus ergibt sich dann ein sehr wackeliges Konstrukt, ohne Wurzeln und ohne Fundament. Sowas hatten wir z. B. im Zuge der französischen Revolution und deren Folgen, im kalten Krieg des Ost-West-Konflikts sowie in gesellschaftlichen Strukturen, die mit Gewalt geschaffen und nicht natürlich gewachsen sind. 

 

Saturn/Uranus ist auch eine Trennungs- und Scheidungskonstellation. Interessant wäre es zu schauen, ob im Jahr 2021 mehr Trennungen stattfinden als in anderen Jahren.

 

Das Quadrat wird dreimal exakt sein: am 17.02.2021, am 15.06.2021 und am 24.12.2021. Der Prozess verläuft also über das ganze Jahr.  Sein Ursprung liegt aber schon im Jahr 1988, wo es dreimal eine Konjunktion von Saturn und Uranus in Schütze gab. Er endet übrigens am 26.08.2032 mit dem Beginn eines neuen Kreislaufs in dem Tierkreiszeichen Zwillinge. 

 

Die Saturn-Uranus-Konjunktion im Schützen am 13.2.1988
Die Saturn-Uranus-Konjunktion im Schützen am 13.2.1988

Die Konjunktion im Schützen zeigt eine globale Entwicklung an, die eben ab jetzt bis 2032 den letzten Anstoß zu ihrer Vollendung bekommt. 

 

Es geht darum, weltweit Grenzen aufzuheben[4] und dies politisch und sozial zu regulieren. Dabei geht es nicht um Macht, sondern eher um die Realisierung von Ideen und dies geschieht meistens in Konfrontation mit einem Gegenüber. Astrologisch interessant und vielleicht auch wichtig für das Inhaltliche, ist, dass im Verlauf der zyklichen Saturn-Uranus-Konjunktionen, die jeweils nächste Konjunktion im gegenüberliegenden Tierkreiszeichen stattfindet. Dadurch vermute ich, dass ein Saturn-Uranus-Prozess eigentlich rund 90 Jahre umfasst, in denen Gegensätze ausbalanciert und in Harmonie gebracht werden. Anschließend geht der ganze Prozess auf einer „höheren“ Entwicklungsstufe und in einem anderen Themenbereich weiter. 

 

Aktuelle mit Schütze-Zwillinge befinden wir uns in einem gesellschaftlichen Prozess von Lehren und Lernen. Es geht um Erkenntnis und Kommunikation, geistige Beweglichkeit und Grenzausweitung, Wachstum, Weltenwanderung und Horizonterweiterung… Das Denken ist großzügige und philosophisch, geprägt vom Streben nach Wahrheit und der Verfolgung höherer Ziele mit einer großen Portion Idealismus. Mit dem aktuellen und letzten Quadrat des Zyklus‘ werden wir aber schon ganz langsam auf den Übergang in die Zwillinge-Energie vorbereitet, mit ihrem Funktionalismus, Pragmatismus und gegebenenfalls Opportunimus, der Neugierde und des Forschen-wollens, der Beweglichkeit und des (Lern-)Fortschritts, unabhängig von Konsequenzen. Diese werden in der Zwillinge-Energie nämlich noch gar nicht bedacht. Außerdem gibt es eine starke Fixierung auf Wissenschaftlichkeit und Beweisbarkeit.

 

Wie drückt sich die Konstellation in Deutschland aus?

 

Die Saturn-Uranus-Energie ab dem 17.02.2021

Das Saturn-Uranus-Quadrat ab dem 17.2.2021
Das Saturn-Uranus-Quadrat ab dem 17.2.2021

Es gibt wenig Toleranz für Druck sowie ein Bedürfnis nach Leichtigkeit und Freiheit. Um dies zu verwirklichen, finden sich ungewöhnliche und kreative Lösungen. [5]  Der Mars steht im Spiegelpunkt zu einer Mond-Uranus-Konjunktion. Das bringt Reizbarkeit und Instabilität. Auch plötzliche und nervenaufreibende Wendungen sind möglich sowie Unfälle, Explosionen, oder Naturkatastrophen.[6] Dinge können in die Luft gehen bzw. es könnte zu Erdbeben oder Unfällen kommen oder vermehrt zu Gewittern mit Blitzeinschlägen.

Was sich überlebt hat und schon verkrustet ist, drängt nach Entladung. Enttäuschungen, Ungeduld und Aggression oder impulsives Handeln sind auch dabei. Die Energie verpufft und zerfällt in alle Richtungen, statt gebündelt zu sein. Dadurch entsteht Instabilität. Wir können uns genervt und dünnhäutig fühlen.[7] Traurigkeit und Kummer können plötzlich aufgewühlte werden sowie ein Bedürfnis nach Fürsorge und vielleicht eine Art von Denkmalbildung.[8] Es ist viel los und die Stimmung ist sehr emotional. Auf der Gefühlsebene kann Chaos herrschen, z.B. bzgl. der eigenen Selbstidentifikation[9]. Das Gute am Chaos ist, dass sich daraus neues erschafft und es eine Energie zur Verfügung stellt, die wir nutzen können, um Dinge neu zu kreieren.

Ab dem 15.06.2021:

 

Das Saturn-Uranus-Quadrat ab dem 15.06.2021
Das Saturn-Uranus-Quadrat ab dem 15.06.2021

Es gibt eine Sehnsucht nach gefühlten Begegnungen, die immer noch in Spannung zu den herrschenden Strukturen stehen, aber sie finden trotzdem statt. Die Seele fordert ihren Tribut. Das Bedürfnis, sich im Kontakt mit anderen kreativ auszudrücken und auszutauschen, ist eingebettet in eine Spannung zwischen Nähe und Distanz. Auch Kummer im Zusammenhang mit systemischen Änderungen ist noch ein Thema. Die Mond-Saturn-Opposition steht mit Wassermann-Löwe auf der sogenannten Kreativitätsachse. Wahrscheinlich geht es auch um Verantwortungsübernahme und Fürsorge, gerade was den Kunst- und Kultur-Bereich angeht und darum, sich umeinander zu kümmern. Änderungen der gesellschaftlichen Strukturen können weiterhin aufs Gemüt gehen und unsere Identität fühlt sich weiterhin unsicher an. 

 

 

Ab dem 24.12.2021

stehen viele Planeten in Steinbock.[10]

Das Saturn-Uranus-Quadrat ab dem 24.12.2021
Das Saturn-Uranus-Quadrat ab dem 24.12.2021

Struktur, Ordnung und Verantwortung werden ernst genommen. Auf der anderen Seite gibt es wieder dieses emotionale Gegengewicht.

Unsere Emotionen sind opulent, nehmen viel Raum ein und können theatralisch-dramatisch übertrieben werden.[11] In Deutschland geht es auch um einen Wertausgleich. Neue, gemeinschaftliche Werte werden ermöglicht und stehen in Spannung zu unseren persönlichen Machtbedürfnissen.[12] Es herrscht immer noch eine kollektive Unsicherheit,[13] was dazu führen kann, dass dissoziiert wird. Es könnte sein, dass das Volk, da wo es eigentlich da sein müsste, um seinen Raum und seine Identität einzunehmen, sich aus Angst und Unsicherheit, zurückzieht, weg ist und identitätslos wird. Das sehe ich hier als Gefahr für Deutschland. Gut ist, dass auf der anderen Seite im Horoskop ein Ausgleich in Form von einem Löwemond im 8. Haus im Quadrat zu Jupiter wirkt. Das zeigt wiederum als Gegengewicht ein sehr starkes Identitätsgefühl mit starken Vorstellungen darüber, wer wir sind und dem Bedürfnis nach Eigenmacht an. Es kann sein, dass sich diese beiden gegensätzlichen Tendenzen weiterhin über eine Spaltung des Volkes zeigen oder in Ambivalenzen. 

 

Was empfiehlt das Horoskop? Wie kann man persönlich am besten damit umgehen? 

 

Ich würde in einer persönlichen Beratung folgendes vorschlagen:

Es ist wichtig, dass Du Dir der Macht Deiner Identität bewusst bist. Dazu gehört gegebenenfalls auch eine persönliche Auseinandersetzung mit Deiner Vergangenheit, Deiner Herkunft und auch Deiner Geschichte.[14]Erlebe (Löwe) Deine Identität (Mond) in ihrer Tiefe und mit all ihren Schatten (8. Haus), in ihrer Weite und mit all ihrer Hoffnung und ihrem Sinn (Jupiter). Grabe tief (8. Haus) und erinnere Dich daran, was Dich ausmacht (Mond). Falls Du es vergessen haben solltest, weil Du aus Angst und Unsicherheit gar nicht mehr da bist (Uranus in Haus 4), besinne Dich zurück auf die traditionellen Werte Deiner Gemeinschaft. Das kann Dir Halt und Sicherheit geben.[15]

 

Es wird einen Wertewandel geben. Achte dabei einfach darauf, dass Du in Deiner Identität sicher, zentriert und stabil bist. Das gilt für jeden Einzelnen, als auch für das „deutsche Volk“ als natürlich gewachsene und politische Gemeinschaft an sich.

 

Weltweit gibt es ein starkes Verlangen nach Sicherheit und Absicherung und es können sich Ängste vor Armut und Mangel zeigen. Rationalisierung, Funktionalisieren und (das Bedürfnis nach) Wertansammlungen sind Themen, die mit der Spannung und Spaltung durch Saturn und Uranus einher gehen. 

Eine sehr emotionale Seite, die auf dem Bedürfnis nach Lebendigkeit basiert, bildet das Gegengewicht zu sehr rationalen Entscheidungen und Überlegungen.

 



[1] Konjunktion, Quadrat und Opposition

[2] Quadrat

[3] Nach der Rückseitenlehre der MRL, ist die Rückseite von Uranus Stiervenus und von Saturn Zwillingsmerkur, so dass wir hier auch die Energie der Konstellationen Merkur-Uranus, Stiervenus-Saturn und Stiervenus-Zwillingsmerkur spüren können.

[4] Die Konjunktion findet 1988 im Schützen statt, daher weltweit.

[5] Sonne, Merkur, Venus, Jupiter und Saturn stehen im Wassermann im 5. Haus.

[6] Uranus steht im Stier

[7] Sonne/Mond/Mars/Uranus Stellium im Steinbock

[8] Der Mond steht in Opposition zu Saturn

[9] Mond Konjunktion Uranus

[10] Mond, rückläufige Venus, Jupiter, Pluto stehen in Haus 1 im Steinbock 

[11] Der Mond steht im Löwen in Konjunktion zu Regulus und im Quadrat zur Mondknotenachse sowie Jupiter

[12] Jupiter steht im 2. Haus im Wassermann und herrscht über das 12. Haus. Er steht außerdem in Opposition zum Löwemond im 8. Haus.

[13] Uranus im 4. Haus im Stier

[14] Löwemond im 8. Haus

[15] Venus im Steinbock ist nach der APL die Lösungswegkonstellation für Uranus in Haus 4 und steht in Konjunktion zu Pluto. Ob dieser Lösungsweg gegangen wird ist eine andere Frage, denn es herrscht Willensfreiheit.

 

 

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